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06.12.2009: Neues aus dem Rathaus - Gebäudeanbau

SPD: Anbau von Bürotrakt ist Flickschusterei

hjh Werlte.
Die Erweiterung des Werlter Rathauses ist wieder im Gespräch – oder besser gesagt in der Diskussion. Die SPD-Fraktion im Samtgemeinderat (SG-Rat) ist in einer Pressemitteilung der Meinung, dass es sich bei dem nun angedachten Anbau von Büroräumen um die Abkehr von einer großen Lösung handelt. Sie sieht darin „Flickschusterei“ und lehnt das Vorhaben ab.


Samtgemeindebürgermeister Werner Gerdes indes sprach auf Anfrage von „keiner aktuellen Maßnahme“. Es handele sich lediglich um eine Absichtserklärung. Aufgekommen war das Thema in der vergangenen Woche im Samtgemeindeausschuss, der sich mehrheitlich dafür ausgesprochen hatte, die Planung einer Alternative anzupacken.

Nach Angaben der SPD ist ein Anbau mit „wenigstens acht Büroräumen“ zur Lindenallee hin vorgesehen. Die Kosten beziffern die Sozialdemokraten auf circa eine halbe Millionen Euro. Wie SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz Schwarte auf Anfrage erklärte, müsse aber die Entscheidung über eine Änderung der Planung vom SG-Rat getroffen werden. Der hatte im Jahr 2008 einen Arbeitskreis eingesetzt, der sich mit den Ergebnissen eines Architektenwettbewerbs für eine umfassenden Sanierung und Erweiterung des bestehenden Rathauses beschäftigen sollte.

Die Pläne aus dem Jahr 2008 liegen nach Darstellung der SPD-Fraktion nun aber seit mehr als einem Jahr auf Eis. Der Grund dafür sei, dass der Samtgemeinde wegen der Finanzkrise und weiterer hoher Ausgaben für die Schulen das Geld fehle. „Dennoch soll die Erweiterung nun in Angriff genommen werden, allerdings plant der Bürgermeister eine behelfsmäßige Notlösung“, heißt es in dem Schreiben der SPD. Die sähe es lieber, wenn abgewartet würde, bis die ursprüngliche Planung finanzierbar ist. So lange müsse auf Ersatzräume ausgewichen werden.

Vom „ursprünglichen, sinnvollen Konzept“ sei nun aber nichts mehr geblieben. Es gebe kein Bürgerbüro, wie es mittlerweile überall zum Standard gehöre, keinen renovierten Eingangsbereich, keinen zuhörerfreundlichen Sitzungssaal und keine Überlegung über ein ansprechendes Äußeres. Auch eine energetische Sanierung fehle. „Stattdessen wird das Gebäude ideenlos verlängert, und man verbaut sich einen späteren möglichen Umbau, der unbedingt erforderlich ist“, monieren die Sozialdemokraten. Erneut schaffe man sich so im Werlter Ortszentrum eine Fassade, die nicht ins Ortsbild passe und später wieder „wegsaniert“ werden müsse.

SG-Bürgermeister Werner Gerdes hat für den Vorwurf der Flickschusterei kein Verständnis: „Diese Einschätzung teile ich nicht. Auch aus einem Anbau kann etwas Schickes werden.“ Überdies sei das bestehende Rathaus zweckmäßig und passe an den Marktplatz. Gerdes betonte allerdings, dass es für einen Anbau zurzeit weder Pläne noch eine Kostenschätzung gebe. Die Aufregung in der SPD verstehe er nicht angesichts der Tatsache, dass es sich lediglich um Überlegungen handele.

Schwarte kündigte auf Anfrage an, dass seine Fraktion beantragen wird, das Thema Rathausanbau auf die Tagesordnung der nächsten SG-Ratssitzung am kommenden Dienstag zu stellen.


Quelle: Ems-Zeitung, 04.12.2009

 
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