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| Kreis - SPD: Kritik an Schulreform |
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Scharfe Kritik übt die emsländische SPD an Teilen der niedersächsischen Schulreform und
der Art ihrer Umsetzung in einzelnen Kommunen.
Die Kreistagsfraktion begrüsst allerdings ausdrücklich, dass die Gemeinde Dörpen ein
eigenständiges gymnasiales Angebot erhält und die Hauptschule in Rhede in eine verbundenen Haupt-
und Realschule umgewandelt und damit zu einer zukunftsweisenden Schulform aufgewertet wird.
Diese beiden Lösungen hätte die SPD sich auch für die Kommunen gewünscht, die
vergleichbare Anträge gestellt hatten, aber vom Landkreis 'zurückgepfiffen' wurden.
Somit kommt es dort nur zu unbefriedigenden Aussenstellen - Lösungen: In Surwold , Rütenbrock und
Lorup als Aussenstellen für Realschulen, in Werlte als Aussenstelle des Sögeler Gymnasiums. Die
Samtgemeinde Nordhümmling kommt mit ihrem Antrag auf ein Gymnasium überhaupt nicht zum Zuge.
Für die SPD liegen die Ursachen in Schwachstellen der niedersächsischen Schulreform, aber
auch in der Art, wie diese im Emsland umgesetzt werden soll:
- Kern der niedersächsischen Schulreform ist die Festschreibung der Dreigliedrigkeit ab der 5. Klasse.
Genau dort liegt aber aus Sicht der SPD das Übel. Weil die Hauptschule kaum noch Akzeptanz findet in
der Elternschaft wie in der Wirtschaft und nur noch wenige Anmeldungen erwartet werden , sind gerade die
kleinen Hauptschulen auf dem Lande extrem gefährdet.
So hat in diesen Tagen die OECD die Verteilung der Schüler auf drei Schulformen als überaltertes
Modell bezeichnet, auch Landrat Bröring geht davon aus - so seine Einschätzung im Schulausschuss
des Kreistages - , dass die Dreigliedrigkeit nicht mehr lange zu halten ist.
Weil man aber nicht als Totengräber der ländlichen Hauptschule dastehen möchte, versucht man
zur Rettung dieser kleinen Hauptschulen als Notlösung Realschulaussenstellen anzubieten.
- Landkreis und CDU - Kreistagsfraktion zeigen in dieser Frage wenig Mut, dagegen aber viel
Rücksichtsnahme auf Kultusminister Busemann.
Anders kann die SPD sich nicht erklären , dass man Rhede - dort ist der Minister im Wort - die Ausnahme
einer einzügigen verbundenen Haupt- und Realschule gewährt, während andere Gemeinden wie
Surwold, Rütenbrock und Lorup sich mit Aussenstellen begnügen müssen, obwohl auch diese
Gemeinden gerne die 'Rheder Lösung' für sich reklamiert hätten.
Oder schätzt man die Überlebenschancen dieser Schulen als gering ein? Hat man den
Hauptschulstandort Börger übrigens schon ganz aufgegeben?
- Ungleiche Behandlungen sieht die SPD - Kreistagsfraktion auch bei den möglichen gymnasialen
Standorten. In den SG Dörpen und Werlte gibt es langfristig keine Unterschiede bei den erwarteten
Schülerzahlen, dennoch hat man in Werlte nur eine Aussenstelle des Sögeler Gymnasiums vorgesehen.
Der Antrag der SG Nordhümmling auf ein eigenständiges Gymnasium in Esterwegen müsste nach
Auffassung der SPD noch einmal überprüft werden.
Zwar fehlt dort derzeit die nötige Schülerzahl, zu bedenken ist aber, dass die Kinder dort die
grösste Entfernung zurücklegen müssen, wenn sie andernorts ein Gymnasium besuchen wollen.
Und das künftig schon ab dem 10. Lebensjahr. Gerade hier zeigt sich eventuell ein Zusammenhang zwischen
gymnasialem Schulbesuch und Schulortnähe.
- Dazu passt leider auch das nächste Vorhaben des Landkreises, die Fahrtkosten ab Klasse 11 für
untere Einkommensgruppen nicht mehr erstatten zu wollen.
So werden manche Eltern ihre Kinder ab Klasse 5 erst gar nicht für ein Gymnasium anmelden wollen. Dann
allerdings müsste man feststellen, dass man benachteiligt ist, wenn man im ländlichen Raum
beheimatet ist.
Die SPD wird diesem Konzept so nicht zustimmen.
09.12.03
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