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Ausblick für Ahlen
Ahlens SPD hat nur eine Chance, wenn sie sich stückweise neu aufstellt, sich mehr abstimmt, kontinuierlich arbeitet,
ihr Profil gegenüber der CDU schärft, wieder inhaltliche Angebote für Junge, Arbeitnehmer, Minderheiten
macht und neue Leute aufbaut.
Chancen dafür gibt es: Alle haben begriffen, so gehts nicht weiter. Die Älteren wollen Jüngere
fördern. Und vielleicht hilft eine bessere Grosswetterlage. Aber die Risiken sind gross: Die Alten sind eingefahren
und müde, die Neuen sind wenige und unerfahren. Es fehlen Aktive und Mitglieder von 20 - 55 Jahren, Arbeitnehmer
eben.
Es fehlen inhaltliche Angebote und eine Vision, hinter der die Partei steht. Es fehlen politisch - kommunikative Skills
für eine Wende. Die Stimmung 'Ahlen stirbt' ist ungebrochen.
Fazit: Die Partei hat die Chance zur Wende, aber sie ist nicht gross. Ihr fehlen derzeit die Personen, das Wissen und
die Projekte, um die frustrierten ArbeitnehmerInnen zu gewinnen. So droht die Variante Bayern - SPD.
Ausblick für die Bundes - SPD
Wo charismatische Amtsinhaber wie in Bonn oder das sozial dominante Milieu wie in Dortmund fehlen, verliert die SPD
weiter Städte. Erst verlor sie die Arbeiter als Mitglieder, nun als Wähler. Sie wird zur Lehrer - SPD, die mit
den Grünen konkurriert oder zur Rumpf - SPD, die Minderheiten sammelt.
Die Wahlbeteiligung sinkt dann auf 50 - 60 Prozent, die CDU erhält ihre 50 Prozent in den oberen zwei Drittel, das
untere Drittel wandert aus der Politik aus, die Städte bleiben rechts regiert, aber strukturkonservativ und
spalten sich sozial weiter.
Eine Chance der SPD liegt in der Einseitigkeit der bürgerlichen Politikantwort auf die Krise. Gelingt es der SPD,
neue Konzepte intelligenter Produktion zu verbinden mit einem Ansatz öffentlicher Güter (Bildung und Betreuung,
Industriepolitik und Daseinsvorsorge) und dies zu überwölben mit einem populären, massenwirksamen Diskurs
über modernes, gutes Leben, dann wird es möglich, Städte zu halten.
Eine neue Balance finden für Freiheit und Sicherheit geht nicht ohne liberal - soziale Politik. Am Ende heisst es
wieder nah bei den Menschen, der Masse der Arbeitnehmer zu sein, das fordert Neugier, Ideen und Konzepte, Mut und
Geduld.
Nachtrag: Alle Aussagen des Autors sind subjektiv und vorläufig, sie greifen den Wahlanalysen vor und sind nicht
mit den berühmten Gremien abgestimmt. Der Autor hofft, niemand zu nahe getreten zu sein und entschuldigt sich,
falls dies andere anders sehen. [...]
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