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Begründung
1. Der von der Landesregierung vorgelegte Haushalt ist trotz des Hinweises auf eine Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts verfassungswidrig, denn es kann nicht dargelegt werden, wie die zusätzliche Kreditaufnahme zur Abwendung eines weiteren wirtschaftlichen Abschwungs eingesetzt wird.

2. Mit der Ankündigung, bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2007 keinen verfassungskonformen Haushalt vorlegen zu können, hat die Landesregierung ihren haushaltspolitischen Offenbarungseid geleistet. ...

Die Investitionsquote des Landes liegt bei nur noch 8,4 %, nach 10,3 % im Jahr 2003 und hat damit den tiefsten Stand seit 1980 erreicht, der weder vom Bund noch von einem anderen Land unterboten wird.

3. Durch die geplante Nettokreditaufnahme werden, ausweislich der neuen Mipla bis 2007, neue Schulden in Höhe von 7,90 Mrd. Euro aufgenommen, von denen 2,88 Mrd. Euro die verfassungsmässige Grenze überschreiten. ...

Das ist die grösste Anhäufung von neuen Schulden innerhalb einer Legislaturperiode seit Gründung des Landes NDS, obwohl das Wahlprogramm der Regierungsparteien und die Aussage des Finanzminsters das Gegenteil angekündigt haben. ...

4. Es ist der Landesregierung nicht gelungen, wesentliche strukturelle Einsparungen vorzunehmen. Die Einsparungen des Jahres 2004 sind ganz überwiegend Einmaleffekte, so dass sich die vermeintlichen Haushaltskürzungen von 1,4 Mrd. Euro im Jahr 2004 nur in einer Höhe von 700 Mio. Euro in die nächsten Jahre fortschreiben lassen.

Teilweise werden Kürzungen vorgenommen, die wegen rechtlicher Verpflichtungen des Landes nicht umsetzbar sind.

5. Das von der Landesregierung angekündigte Stelleneinspar - Programm kann im Jahr 2004 nicht und im Mipla - Zeitraum nur marginal zur Haushaltskonsolidierung beitragen. Die Einsparungen im Personalbereich gehen auf die nun wirksam werdenden Bemühungen der alten Landesregierung zurück.

6. Der Haushaltsplanentwurf 2004 enthält, neben der offiziellen Nettokreditaufnahme von 2,5 Mrd. Euro, Schattenhaushalte und nicht zu erbringende globale Minderausgaben in Höhe von 489 Mio. Euro, die der Neuverschuldung hinzuzurechnen sind.

Die Krankenhaus- und Städtebaufinanzierung wird künftig von der öffentlich - rechtlichen Landestreuhandanstalt für den Wohnungsbau abgewickelt, der sich mit 115 Mio. Euro verschulden muss. ...

7. Statt die Einnahmesituation des Landes durch die Unterstützung eines entschlossenen Subventionsabbaus im Bundesrat zu verbessern, hat die Landesregierung einen schwerwiegenden systematischen Fehler begangen, indem sie 2.500 zusätzliche Lehrer eingestellt und verbeamtet hat. ...

8. Die Landesregierung hat sich mit ihrem Stimmveralten im Bundesrat dem parteipolitischen Diktat unterworfen und die Interessen des Landes Niedersachsen verletzt.

9. Die Landesregierung hat es auch verabsäumt, die in jüngster Zeit vorgelegten Konzepte zur grundlegenden Verbesserung der Landesfinanzen aufzugreifen und im Bundesrat konsequent zu verfolgen. ...

10. Hätte die Landesregierung dem Subventionsabbaukonzept von Steinbrück / Koch im Bundesrat zur Umsetzung verholfen, stünden dem Land Niedersachsen im Jahr 2004 ca. 160 Mio. Euro an zusätzlichen Mittel zur Verfügung. ...
 
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