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Nie wieder Faschismus und nie wieder Krieg!
Gedenktreffen am 8. Mai 2004 in Esterwegen

'Wir kommen gerne hierher, um Freunde zu treffen.' So begründete ein ehemaliger Häftling des früheren Jugend - KZ in Moringen seine Freude über die Gedenktreffen.

Ein bemerkenswerter Satz angesichts der Schrecken und eigener Demütigung zurückzukehren und dort lebende Menschen heute als Freunde sehen zu können, ist moralisch eine starke Leistung.

Leider danken nicht alle Deutschen den ehemaligen Häftlingen diese Geste. Noch immer spüren die Opfer von damals gelegentlich die Ablehnung. So werden Zigeuner jetzt zwar Sinti und Roma genannt, aber Ablehnung bis hin zur Abschiebung in Kriegsgebiete erfahren sie von deutschen Behörden dennoch.

Flüchtlinge aus anderen Staaten werden mit teilweise rassistischen Gesetzen drangsaliert oder an scharf bewachten EU - Grenzen abgefangen. Deutschland drängt inerhalb der EU auf schärfere Gesetze gegen Fremde. [...]

Heute gilt das Schengen - Abkommen und nicht Menschlichkeit.

Homosexuelle dürfen eine Art von 'Hochzeit' öffentlich feiern. Die Diskriminierung damit nicht beendet.

Den ehemaligen 'Politischen' werden ihre Ideen und ihr Einsatz für Menschlichkeit noch heute vorgeworfen, [...] deutsche Exilanten und Deserteure des zweiten Weltkriegs noch immer als Feiglinge beschimpft.

Selbst das Hören amerikanischer Swing - Musik wurde so zu einer politischen Tat, die zu Verhören und KZ - Haft führte. [...]

Die Opfer der Nazizeit wollten nicht ewig Opfer bleiben und leistten den Schwur von Buchenwald: 'Nie wieder Faschismus und nie wieder Krieg.' [...]

Die Erfahrungen der Kriege und des Nationalsozialismus lehren uns, dass wir Rassismus und Militarismus gleichermassen entschlossen entgegen treten müssen.

Die Kriege in Jugoslawien, Afghanistan und dem Irak machen zudem deutlich, dass die Begründungen für die Kriege falsch sind und ie Methoden des Krieges uns dem Frieden nicht näher bringen.

Man kann Menschenrechtsverletzungen und Terror eben nicht mit dem Maximum an Menschenrechtsverletzungen und Terror, also Krieg, bekämpfen. [...]

Ferner müssen wir wachsam sein, wenn Regierungen mit polizeilicher Repression und politischen Gerichtsprozessen gegen antimilitaristische und globalisierungskritische Menschen vorgehen. [...]

12.06.04 - Quelle: Uwe Reinecke, freier Journalist in Göttingen
 
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