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Toleranz gewinnt!
Die ersten vier Gewinner des bundesweiten Schülerwettbewerbs 'Erinnern für Gegenwart und Zukunft - Toleranz gewinnt!' wurden für ihren verantwortungsvollen und engagierten Umgang mit der Geschichte ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Jüdischen Museum Berlin statt.

Dieses Jahr hatten sich 104 Arbeitsgemeinschaften an dem Wettbewerb beteiligt, der zum zweiten Mal von der Stiftung Survivors of the Shoah Visual History und dem Cornelsen - Verlag ins Leben gerufen worden war. Die Teilnehmenden waren einzelne Schüler und Schülerinnen, Gruppen aus fast alle Schultypen sowie Jugendinitiativen aus kirchlichen Gemeinden. Insgesamt wurden 21 Vorschläge prämiert.

Besonders beeindruckt zeigte sich die Jury von dem Projekt einer Schülergruppe aus dem westfälischen Bünde. Bulmahn sagte, dies sei sofort klarer Favorit für den ersten Preis gewesen. Im Projekt 'Spurensuche' hatten die Schüler und Schülerinnen seit 1999 die Lebensgeschichte der jüdischen Mitmenschen in Bünde erforscht und deren Einzelschicksale dokumentiert.

Die Bundesbildungsministerin war begeistert von dem Engagement der Jugendlichen. Sie hatten überlebende Bündener Juden aufgespürt, und erreicht, dass einige von ihnen erstmals seit 60 Jahren wieder ihre alte Heimat besuchten.

Es gelang ihnen sogar, Verwandte und Bekannte, die nach der Flucht aus Deutschland nichts mehr voneinander gewusst hatten, wieder miteinander in Kontakt zu bringen. Bulmahn sagte, dass es Ziel des Wettbewerbs sei, Geschichte erfahrbar zu machen und sensibel zu werden für heutige Formen der Ausgrenzung, der Intoleranz und der Gewalt.

'Geschichte wird erst dann zu einer produktiven Kraft, wenn wir vermeiden, dass unser Erinnern zu einer ritualisierten Handlung wird, die sich auf das Sammeln von Daten beschränkt', so Bulmahm. Entscheidend sei, dass die Lebensgeschichten und Gesichter hinter den abstrakten Daten und Fakten sichtbar würden.

Die Ministerin hatte als junge Frau in einem Kibbuz in Israel gearbeitet und dort Menschen kennen gelernt, die während der Nazizeit in Deutschland verfolgt worden waren. Toleranz sei für unsere freiheitlich - demokratische Gesellschaft Lebenselixier und müsse immer wieder neu verankert werden, glaubt Bulmahn.

26.11.03 - Quelle: SPD @rtikeldienst
 
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