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Niedersachsen: Keine nukleare Mülldeponie Deutschlands
'Der niedersächsische Ministerpräsident und sein Umweltminister können es kaum abwarten, Niedersachsen zur nuklearen Mülldeponie der Republik zu machen', sagte am Donnerstag die stellvertretende Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen in der SPD - Bundestagsfraktion, Monika Griefahn in Berlin.

Griefahn, ehemalige Umweltministerin von Niedersachsen, verwies darauf, dass die Landesregierung in den vergangenen Wochen mehrfach für ein Ende des Atomausstieges und für den Endlager - Standort Gorleben in Niedersachsen plädierte.

'CDU und FDP müssen wissen, dass nicht die niedersächsische Landesregierung, sondern der Bund die Grundsätze im Umgang mit der Atomenergie regelt. Es gibt keinen Ausstieg aus dem Ausstieg.' Darin seien sich nicht nur die niedersächsischen SPD - Bundestagsabgeordneten einig, 'der Ausstieg ist Konsens in der ganzen SPD und der Regierungskoalition', sagte die Politikerin.

Bereits 1984 beschloss die SPD den Ausstieg aus der Atomkraft. Dieser Beschluss wurde 1986, im Jahr der Katastrophe von Tschernobyl, bei nur zwei Gegenstimmen bestätigt und verstärkt. Im November 2003 ging Stade als erstes AKW vom Netz.

'Der Unterschied zwischen der CDU und der SPD ist beachtlich', so Griefahn. Nicht nur, aber gerade auch in der Energie- und Umweltpolitik blieben die politischen Positionen grundlegend verschieden: 'Die SPD steht für eine fortschrittliche, innovative, umweltschonende und arbeitsplatzschaffende Energiezukunft.'

Allein im Bereich der erneuerbaren Energien seien in den letzten Jahren über 100.000 neue Arbeitsplätze entstanden. 'Die CDU hingegen steht für eine Dynosaurierpolitik mit 50 bis 100 neuen AKWs', sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD - Landesgruppe Niedersachsen und verwies darauf, dass dabei bislang kein Energieversorgeunternehmen bereit sei, auf eigene Kosten ein neues AKW zu beantragen und zu bauen.

'Dabei wissen die schwarz - gelben Länder nicht, wohin mit ihrem Müll und wollen Niedersachsen zum deutschen, wenn nicht sogar zum europäischen Endlager machen', führte die Lüneburger Bundestagsabgeordnete Hedi Wegener (SPD) aus. Zum Wahlkreis der Lüneburgerin gehört auch Gorleben.

'Die Atompolitik der CDU ist rückwärts gewandt und verschliesst sich diesen Kriterien. Vielmehr zeigt die CDU - Kampagne pro Gorleben als Endlagerstandort, dass es der niedersächsischen Landesregierung mit ihrer politischen und gesellschaftlichen Verantwortung für die Menschen nicht weit her ist', erklärte Wegener.

Im Dezember 2002 wurde der Abschlussbericht des AK End vorgelegt. Er enthält fünf zentrale Empfehlungen:
  • Ein Beteiligungsverfahren mit maximaler Transparenz und Nachvollziehbarkeit während des gesamten Entscheidungsprozesses;
  • keine Vorfestlegung auf Standorte, sondern Einbeziehung von ganz Deutschland;
  • übertätige Erkundungen in drei bis fünf Regionen, die nach geowissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Kriterien am besten für ein Endlager geeignet wären;
  • untertägige Erkundungen an den zwei bestgeeigneten Standorten;
  • erst nach dem Standortvergleich soll die Entscheidung über den Endlagerstandort gefällt werden.
Beide Politikerinnen wiesen darauf hin, dass angebotene Gespräche über die Empfehlungen des AK End und eine neue Standortsuche die niedersächsische CDU / FDP - Landesregierung verweigerte. Wegener: 'Auf diese Weise lässt sich natürlich kein Konsens finden, wie ihn die Bürgerinnen und Bürger von den Politikern zu Recht erwarten.'

30.01.04 - Quelle: SPD - Landesgruppe Niedersachsen
 
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