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Niedersachsen: Heister - Neumann ist ein Sicherheitsrisiko
'Frau Heister - Neumann ist ein Sicherheitsrisiko. Sie steht für die Auszehrung der Justiz, den Abbau von Bürgerrechten und populistische Stimmungsmache', so der Vorsitzende der SPD - Fraktion Sigmar Gabriel. Er zog eine verheerende Bilanz ihrer bisherigen Regierungsarbeit:

'Die Ministerin gefährdet mit ihren Kürzungen bei Gerichten und Staatsanwaltschaften die Funktionsfähigkeit der Justiz. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Straftäter frei kommt, weil die Gerichte die vorgeschriebenen Fristen nicht einhalten können.'

Tatverdächtige müssen aus der Untersuchungshaft entlassen werden, wenn nicht binnen sechs Monaten eine Hauptverhandlung angesetzt wurde. Wenn Richterstellen gestrichen werden, helfe keine neues 'Justizcontrolling', so Gabriel.

Die Justizministerin hat auf eine Anfrage der SPD erklärt, in diesem Jahr 213 Stellen abzubauen. Die Folgen sind offensichtlich. So schreibt der Niedersächsische Richterbund: 'Dies führt zu einer Gefährdung der Sicherheitslage.'

Das Justizministerium streicht auch solche Stellen, die von der SPD - Landesregierung nach den Ereignissen des 11.09.01 wegen der erhöhten Terrorgefahr neu geschaffen wurden. 'Frau Heister - Neumann redet viel von innerer Sicherheit. Ihre kurzsichtige Kürzungspolitik führt aber dazu, dass die Gerichte bei der Bekämpfung des Terrorismus völlig überfordert sind', so Gabriel.

Es sei völlig unverständlich, dass die Ministerin die Justiz mit weiteren unnötigen Aufgaben belasten wolle, so Gabriel. Die im Rahmen der 'Verwaltungsreform' vom Kabinett geplante Abschaffung der Widerspruchsverfahren werde zu einer Prozesslawine führen.

'Es ist ein schlechter Witz, dass in Zukunft jeder Bürger, der mit einer baurechtlichen Entscheidung seiner Kommune nicht einverstanden ist, gleich vor das Verwaltungsgericht ziehen muss', so Gabriel. Der Rechtsweg sei für Staat und Bürger um ein Vielfaches teurer und langwieriger als das Widerspruchsverfahren.

'Die Pläne der Landesregierung zeigen aber auch: Aus dem Bürger, der der Verwaltung gegenüber selbstbewusst auftritt, soll der Untertan werden, dem nur der Weg vor Gericht bleibt', so Gabriel. Bei der Verbrechensbekämpfung setze Heister - Neumann auf Konzepte aus der Steinzeit: 'Die Präventionsmittel werden gekürzt, der Opferschutz abgebaut.

Aber beim populistischen Ruf nach neuen Gesetzen ist Frau Heister - Neumann immer dabei. Entgegen ihrem Amtseid lässt sie Gesetze vom Landtag verabschieden, die verfassungswidrig sind - so beim Thema Sicherheitsverwahrung', sagte Gabriel.

Bei der Jugendkriminalität vollziehe sie eine Rolle rückwärts in die 50er Jahre. 'Auf der einen Seite will Frau Heister - Neumann Kinder wegsperren. Auf der anderen Seite verharmlost sie die Gewalt gegen Kinder', so Gabriel. Erst gestern wurde die Ministerin mit der Äusserung zitiert 'ein Klaps wird uns nicht umbringen' und 'einen Klaps würde ich nicht als Gewalt bezeichnen'.

Schäbig sei der Umgang der Ministerin mit den Justizbediensteten: 'Die Ministerin lässt die Richterinnen und Richter im Regen stehen. Justizvollzugsbeamte und Rechtspfleger wollte sie für drei Monate in die Sozialhilfe schicken, um ein paar Euro zu sparen.

Und sie wehrt sich nicht dagegen, dass ihr Kollege Schünemann angeblich nicht mehr benötigte Waldarbeiter zu Gefängniswärtern machen will, obwohl die Pflege des Waldes andere Qualifikationen erfordert als die Betreuung von Gefangenen.'

'Frau Heister - Neumann ist eine eklatante Fehlbesetzung', resümierte Gabriel.

25.03.04 - Quelle: SPD Fraktion im Niedersächsischen Landtag
 
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