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Bahn - Börsengang: Fragezeichen bleiben
Zu dem jetzt vorgelegten Gutachten der Investmentbank Morgan Stanley zu den Chancen und Risiken eines Börsengangs der Deutschen Bahn AG erklären der verkehrspolitische Sprecher der SPD - Bundestagsfraktion, Reinhard Weis, und seine Stellvertreterin, Karin Rehbock - Zureich:

Durch das jetzt vorgelegte Gutachten der Investmentbank Morgan Stanley zur Kapitalmarktfähigkeit der Deutschen Bahn AG (DB AG) sehen wir Verkehrspolitiker der SPD - Bundestagsfraktion uns in unserer Haltung bestätigt, keine vorschnelle Entscheidung über einen Börsengang zu treffen.

Es gibt auch weiterhin eine Chance für einen Börsengang der DB AG. Allerdings müssen vor einem solchen Schritt eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein. Zu den Voraussetzungen, ohne die ein Börsengang nicht denkbar ist, gehören nach Morgan Stanley:
  • langfristige vertragliche Finanzierungszusagen des Bundes in Höhe von 2,5 Milliarden Euro jährlich für den Erhalt des bestehenden Schienennetzes;

  • eine Verstetigung der Bundesmittel für den Personennahverkehr (derzeit: 6,8 Milliarden Euro jährlich) über das Jahr 2008 hinaus, wobei die DB AG ihre aktuellen Marktanteile halten müsste;

  • eine deutliche und nachhaltige Verbesserung der Unternehmensergebnisse, insbesondere in den Unternehmensbereichen Fernverkehr und Fahrweg.
Nach unserer derzeitigen Bewertung sind schon die von Morgan Stanley genannten Voraussetzungen mit einigen Fragezeichen zu versehen. Es ist fraglich, ob die finanziellen Voraussetzungen für eine Kapitalmarktfähigkeit mit den mittelfristigen Planungen für den Bundeshaushalt in Einklang zu bringen sind.

Ferner ist zweifelhaft, ob die hochgesteckten wirtschaftlichen Ziele des Bahnvorstandes für ein positives Unternehmensergebnis erreichbar sind. Eine mehrjährige positive Gewinnentwicklung der DB AG halten wir daher weiterhin für eine wichtige Voraussetzung eines erfolgreichen Börsengangs.

Der Gutachter hat die Kapitalmarktfähigkeit der DB AG nur aus Sicht möglicher privater Investoren untersucht. Nicht untersucht wurden die verkehrs- und haushaltspolitischen Auswirkungen eines Börsengangs für den Bund.

Wir begrüssen es daher nachdrücklich, dass Bundesminister Manfred Stolpe die Vergabe eines weiteren externen Gutachtens zugesagt hat, durch das die verkehrs- und haushaltspolitischen Chancen und Risiken auch anderer Privatisierungsmodelle beleuchtet werden sollen.

Erst nach Vorliegen eines solchen Gutachtens kann die Frage des 'Ob' und 'Wie' eines Börsengangs umfassend beantwortet werden.

28.05.05 - Quelle: SPD Bundestagsfraktion
 
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