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Niedersachsen: Europawahlergebnis 'tut richtig weh'
Vor der Landespressekonferenz nahm der niedersächsische SPD - Vorsitzende Wolfgang Jüttner Stellung zur Europawahl und den anderen Regionalwahlen in Deutschland und Niedersachsen.

In der schlechten Wahlbeteiligung sei Distanz der Menschen zu Europa zum Ausdruck gekommen, im dramatisch negativen Ergebnis der SPD Kritik an der Berliner Politik.

Obgleich Bundeskanzler Schröder international und national als Kanzler des Friedens gesehen werde, habe die SPD mit dem Friedensthema bei der Europawahl nicht durchdringen können. Zu sehr sei der Kredit an Glaubwürdigkeit der SPD insbesondere bei ihren Stammwählern aufgebraucht worden.

Die Stammwähler - gerade in den Hochburgen der SPD - blieben einfach zu Hause. Das Thema 'Soziale Gerechtigkeit' müsse wieder mit der SPD verbunden werden.

Gleichwohl, betonte Jüttner, sei die lapidare Forderung nach einem Politikwechsel nicht umsetzbar, weil sie lediglich als taktisches Eingeständnis wahrgenommen werden würde. Ein 'Weiter so wie bisher' sei ebenfalls nicht akzeptabel, 'sollten die Wahlergebnisse nicht so bleiben wie bisher'.

An Personalspekulationen wolle er sich nicht beteiligen, betonte Jüttner. Insbesondere sei nach dem Antritt von Franz Müntefering als SPD - Vorsitzenden die Stimmung in der SPD deutlich verbessert worden.

In Ergebnisse bei Wahlen habe sich dies leider noch nicht ausgezahlt. Die SPD müsse das 'Mannschaftsspiel verbessern', Einzelaktionen vermeiden und umsetzen, was die Parteitage beschlossen hätten.

Gerechte Kriterien der Finanzierung des Sozialstaates, vernünftige Einbeziehung der 'Besserverdienenden' bei der Erbschaftssteuer und die 'Bürgerversicherung' seien wichtige Botschaften zur Schärfung des Profils der SPD.

Die Parteigremien werden zu klären haben, mit welchen neuen inhaltlichen und personellen Akzentuierungen auf die Wahlergebnisse zu reagieren sei.

Die SPD könne durchaus auch Wahlen gewinnen, Vechta und Burgdorf seien Beispiele aus Niedersachsen, auch wenn dort vor allem die Bürgermeister - Kandidaten Uwe Bartels und Alfred Baxmann durch ihre persönliches Profil überzeugt hätten.

Als allerdings 'härtesten Schlag' für die niedersächsische SPD bezeichnete der SPD - Landesvorsitzende, dass mit Bernd Lange einer der besten und beliebtesten Fachpolitiker der SPD nicht wieder ins Europaparlament einziehe.

15.06.04 - Quelle: SPD Fraktion im Niedersächsischen Landtag
 
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