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Niedersachsen: Nikotineierskandal viel zu spät aufgedeckt
Scharfe Kritik am Krisenmanagement der Landesregierung im Nikotin - Eierskandal kommt von der SPD - Landtagsfraktion.

Aufgrund des Verdachts illegaler Schädlingsbekämpfung durch das Sprühen von Nikotin wurden 18 Betriebe in den Landkreisen Vechta, Cloppenburg, Emsland und Oldenburg gesperrt, mindestens 60.000 Eier mussten zurückgezogen werden.

Zeitungsberichten zufolge sollen der Landesregierung bereits seit November 2005 derartige Auffälligkeiten bekannt gewesen sein.

'Wenn sich bestätigt, dass die Landesregierung bereits seit einem halben Jahr Kenntnis von der Nikotinbelastung hatte, dann muss das Konsequenzen haben, denn in diesem Zeitraum könnten über eine halbe Milliarde mit dem Nervengift Nikotin belastete Eier in Umlauf gelangt sein.

Leidtragende einer derart verantwortungslos handelnden Politik seien die VerbraucherInnen in Niedersachsen', erklärte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Heiner Bartling.

Als 'schlechten Witz' bezeichnete Bartling den Hinweis der Landesregierung, dass es im November 2005 keine Kapazitäten für weitere Labortests gegeben haben solle.

Bartling erinnerte daran, dass die Landesregierung im Zuge der Abschaffung der Bezirksregierungen auch die landeseigenen Laboreinrichtungen ins Visier genommen hatte.

Im Projektauftrag der Verwaltungsmodernisierer heisst es dazu wörtlich: 'Im Zuge der politischen Vorgaben ist der Aufgabenkatalog der Laboreinrichtungen im Rahmen einer Aufgabenkritik dahingehend zu überprüfen, ob und welche Aufgaben entfallen, privatisiert, auf eine andere Behörde oder an sonstige Dritte verlagert werden können.'

Dazu Bartling: 'Wer wie CDU und FDP in Niedersachsen das politische Ziel ausgibt, die Laboreinrichtungen des Landes abzubauen, darf sich im Ernstfall nicht damit rausreden, es seien nicht genügend Laborkapazitäten vorhanden gewesen.'

Bartling forderte Ministerpräsident Wulff auf, die Minister Ehlen und Schünemann an ihre Ressortverantwortung zu erinnern:

'Der eine scheint zu vergessen, dass er nicht nur Landwirtschafts-, sondern auch Verbraucherschutzminister ist, der andere hat die funktionierenden Verwaltungsstrukturen des Landes zerschlagen, ohne sich über die Konsequenzen Gedanken zu machen.'

07.04.06 - Quelle: SPD Fraktion im Niedersächsischen Landtag
 
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