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| Niedersachsen: Erneuerbare Energien aus Biogas |
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Zu einer Veranstaltung mit drei Fachreferenten hatte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im
Niedersächsischen Landtag, Karin Stief - Kreihe, in die emsländische Kreisstadt Meppen eingeladen.
In ihrer Begrüssung erklärte Stief - Kreihe: '430 Biogasanlagen sind in den letzten Jahren in Niedersachsen
errichtet worden.' Vorbehalte in der Bevölkerung gebe es zum Beispiel wegen der Verbrennung von
Schlachtabfällen, aber auch die Nutzung nachwachsender Rohstoffe stehe in der Kritik. Die Veranstaltung solle
daher zur Versachlichung und Aufklärung beitragen.
Jann Upphoff von der 'Energietechnik Nord' wies auf die dringende Notwendigkeit hin neue Energieträger zu
sichern. 'Die CO2 - Konzentration nimmt zu und das Klima verändert sich.' Neben diesen Umweltfragen hingen
inzwischen mehrere Tausend Arbeitsplätze von der Biogas - Technologie ab.
Die CO2 - Belastung sei neutral, die Geruchsproblematik lasse sich durch den Einsatz neuer Technologien erheblich
minimieren. Auf den Betreibern von Biogas - Anlagen laste der Druck, sich grössere Anbauflächen für
nachwachsende Rohstoffe zu sichern. Dies führe natürlich zu einer Konkurrenzsituation zu
landwirtschaftlichen Betrieben etwa bei den Pachtpreisen.
Andreas Lindenberg von der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) berichtete, die Vorteile von Biogasanlagen
lägen darin, dass sie grundlastfähig seien im Gegensatz etwa zu Windenergieanlagen, die nur in
Abhängigkeit von vorhandenem Wind Strom produzieren könnten.
Ein Vorteil liege auch darin, dass man die Anlagen dezentral errichten könne. Lediglich 38,5 Prozent der
Energieausbeute diene allerdings der Stromgewinnung, der Rest sei überwiegend ungenutzte Abwärme. Deshalb
müsse man in Zukunft sehr genau darüber nachdenken, wo man eine Biogasanlage installiere um auch die
Abwärme etwa für Heizungszwecke nutzen zu können.
Karsten Wünsche von den Stadtwerken Huntetal berichtete von Überlegungen, das Gas aus Biogasanlagen in das
Erdgasnetz einzuspeisen. Dadurch sei ein erheblich höherer Wirkungsgrad (über 90 Prozent) zu erzielen.
Notwendig sei hierfür, das Gas auf Erdgasqualität zu verbessern. Dieses könne überwiegend mit
vorhandener Technik erreicht werden, lediglich die Entschwefelung sei noch zu verbessern.
In Schweden, Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz werde bereits biogenes Gas eingespeist oder als
Treibstoff für Kfz genutzt. Eine weitere Idee bestehe darin, das Rohgas von mehreren Erzeugern zusammenzufassen,
um dieses dann an nur einer Stelle insgesamt aufarbeiten zu müssen und die entsprechenden Kosten zu minimieren.
In der Diskussion nahm vor allem das Problem der Geruchsbelastung von Biogasanlagen breiten Raum ein. Jann Upphoff
betonte, dass man diese Kritik ernst nehmen und sich für die Installierung qualitativ hochwertiger Anlagen
einsetzen müsse.
15.04.06 - Quelle: Remmer Hein
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