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Vor 60 Jahren, am 22. April 1946, wurde die mit Mitteln des Zwangs und der Täuschung herbeigeführte
Vereinigung von KPD und SPD in Ostberlin vollzogen - ein bis heute denkwürdiger Tag.
Sozialdemokraten sehen mit Beklemmung auf die damaligen Ereignisse zurück, zu deren Vorgeschichte die NS -
Herrschaft, der Krieg, die Besetzung Deutschlands und der Neugründungsprozess der Parteien gehören.
Entzogen sich die Kommunisten zunächst Versuchen der Neugründung einer einheitlichen Arbeiterbewegung
jenseits bisheriger parteipolitischer Gegensätze, so betrieben sie mit allen Mitteln, unterstützt und
angeleitet von Stalin und der sowjetischen Besatzungsmacht, auch unter dem Eindruck des Wiedererstarkens der SPD,
die die KPD rasch an Mitgliederzahl und Resonanz hinter sich liess, eine rasche Vereinigung von SPD und KPD.
Dazu wurden Sozialdemokraten unter Druck gesetzt, getäuscht, verfolgt und verhaftet. Die Führung der SPD in
der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) versuchte zunächst, dieser Politik teils zu widerstehen, teils den Prozess
zu steuern.
Sie war objektiv und subjektiv der Konstellation nicht gewachsen. Der Vorsitzende des Zentralausschusses der SPD,
Otto Grotewohl, und andere willigten schliesslich ein.
Wie die Sozialdemokratie in ihrer grossen Mehrheit über diese Zwangsvereinigung dachte, wurde durch die
Urabstimmung in den Westsektoren Berlins am 31. März 1946 deutlich: die ganz grosse Mehrheit votierte gegen die
Fusion.
Es kann keinen Zweifel geben, dass dieses Votum den authentischen Willen der SPD zum Ausdruck brachte.
Kurt Schumacher und die Sozialdemokraten im Westen wandten sich mit Schärfe gegen diese - wesentlich durch die
Interessen der KPD und Stalins diktierte - Zwangsvereinigung.
In der SBZ wurden zahlreiche Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen verfolgt, manche zum zweiten Mal - jetzt aber
von Kommunisten. Nicht wenige verloren ihr Leben, weil sie sich 'der Freiheit verpflichtet' fühlten.
Viele Sozialdemokraten in der Einheitspartei aber mussten bald erleben, dass sie ihre politische Identität nicht
wahren konnten. 'Sozialdemokratismus' wurde geradezu zum Straftatbestand in SED, SBZ und DDR.
Wir Sozialdemokraten gedenken heute und auch in Zukunft der Opfer der Zwangsvereinigung und der SED - Diktatur. Die
SPD bleibt der Freiheit verpflichtet.
23.04.06 - Quelle: SPD @rtikeldienst
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