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| Niedersachsen: DNA - Proben analysieren sich nicht von allein |
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Niedersachsen verfügt über geringere Kapazitäten zur Analyse von 'genetischen Fingerabdrücken' als
jedes andere Bundesland.
'Bei uns kommen auf einen spurensachverständigen Gutachter statistisch 1,773 Millionen Bürger, im
Bundesdurchschnitt sind es nur 862.000. Niedersachsen belegt den letzten Platz unter allen Bundesländern',
sagte der innenpolitische Sprecher der SPD - Fraktion Heiner Bartling.
'Bei der niedersächsischen Polizei gibt es deshalb einen erheblichen Bearbeitungsstau. Viele DNA - Spuren
können erst nach Wartezeiten von mehr als neun Monaten bearbeitet werden. Das verzögert ganz erheblich die
Aufklärung von Straftaten.'
Es sei ihm 'völlig schleierhaft', wie Innenminister Schünemann in dieser Situation noch vor der anstehenden
Fussball - Weltmeisterschaft den genetischen Fingerabdruck von möglicherweise mehreren Hundert gewaltbereiten
Hooligans verarbeiten wolle, so Bartling.
'Herr Schünemann überträgt der Polizei immer neue Aufgaben, ohne die entsprechenden Ressourcen zur
Verfügung zu stellen. Offensichtlich hat er vom Polizeialltag keine Ahnung.'
Die DNA - Analyse (genetischer Fingerabdruck) wird seit geraumer Zeit in allen Bundesländern immer häufiger
zur Aufklärung von Straftaten eingesetzt. In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Analysen nochmals
gestiegen.
Denn seit dem August 2005 können anonyme Spuren, die an einem Tatort gefunden wurden, auch ohne die
ausdrückliche Zustimmung eines Richters untersucht werden.
Die personelle und technische Ausstattung der zuständigen Labors im niedersächsischen Landeskriminalamt hat
mit dieser Entwicklung aber nicht Schritt gehalten.'
In einer Kleinen Anfrage erkundigt sich Bartling nun beim Innenministerium nach der Entwicklung der Fallzahlen bei
der DNA - Analyse. Ausserdem will er wissen, ob die Landesregierung die Ressourcen für die DNA - Analyse
aufstocken will.
27.04.06 - Quelle: SPD Fraktion im Niedersächsischen Landtag
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