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Gesundheitsreform: Kauder - Vorschläge sind untragbar
Zu den Vorschlägen des Unionsfraktionsvorsitzenden Volker Kauder für eine Gesundheitsreform erklärte die stellvertretende DGB - Vorsitzende Ursula Engelen - Kefer in Berlin:

'Die Vorschläge von Volker Kauder sind für den DGB unannehmbar. Dies ist kein Kompromiss, sondern ein trojanisches Pferd zur Abkehr vom Solidarprinzip, wie es die CDU schon mit der Kopfprämienmodell verfolgt hat.

Wir erwarten, dass sich die SPD weder auf die Einführung einer Kopfpauschale und eines bürokratischen Gesundheitsfonds noch auf eine Abkopplung der Arbeitgeberbeiträge einlässt.

Unerlässlich für eine längerfristige tragfähige Reform des Gesundheitswesens ist eine Stärkung der solidarischen Finanzierungsbasis sowie eine durchgreifende Strukturveränderung zur Ausgabenbegrenzung. Ausserdem muss die Benachteiligung von Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung endlich überwunden werden.

Die Einführung von Kopfpauschalen über einen Gesundheitsfonds würde dazu führen, dass die Gesundheitsversorgung der gesetzlich Versicherten nicht mehr gewährleistet werden könnte.

Dennoch würden die Belastungen für die ArbeitnehmerInnen unbegrenzt steigen. Dies ist verantwortungslos. Anstelle des von Kauder behaupteten Wettbewerbs um die effizientesten Verwaltungsstrukturen in den Krankenkassen würde dies zu weiteren gravierenden Nachteilen für die Schwächeren und Kranken in der Gesellschaft führen.

Die von der CDU / CSU vorgeschlagene Pauschalzahlung von 150 bis 170 Euro pro Kopf ignoriert die unterschiedlichen Krankheitsrisiken und damit die ungleichen Ausgaben der Krankenkassen.

Die Kassen hätten keinerlei Möglichkeit, den tatsächlichen Finanzbedarf eigenständig abzudecken, um die medizinisch notwendigen Behandlungen zu finanzieren.

Auch Ausgabensteigerungen wären durch die Pauschale nicht abgedeckt. Die Pauschale müsste permanent erhöht werden, zumal die CDU / CSU keinerlei Vorschläge zur Ausgabenbegrenzung macht. Die Kauder - Vorschläge würden auch die bestehenden Ungerechtigkeiten des Zwei - Klassen - Systems verschärfen.

Eine Steuerfinanzierung der Krankenversicherung von Kindern ist nur dann akzeptabel, wenn die Versicherungspflichtgrenze abgeschafft wird, wenn für alle - gesetzliche und private - Krankenkassen die gleichen Bedingungen gelten und wenn ein Solidarausgleich zwischen allen Kassen eingeführt wird.

Andernfalls wird die Gesetzliche Krankenversicherung weiter ausbluten, weil sich vor allem Gutverdiener - Familien aus der solidarischen Finanzierung verabschieden würden.'

17.04.06 - Quelle: DGB
 
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