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Gleichberechtigung am Arbeitsplatz noch nicht erreicht
Zur Studie der Wirtschaftsprofessorin Sonja Bischoff über Frauen in Führungspositionen erklärt die frauen- und familienpolitische Sprecherin der SPD - Bundestagsfraktion, Christel Humme:

Diese Studie macht vor allem eines deutlich: Wir sind bei unseren Anstrengungen, Gleichberechtigung für Männer und Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu erreichen, noch lange nicht am Ziel!

Es ist ein Armutszeugnis, wenn im Jahr 2004 die Bezahlung von weiblichen Führungskräften noch immer gut 30 Prozent unter dem Gehalt von Männern in vergleichbaren Positionen liegt und sogar auf den Stand von 1986 zurückgefallen ist.

Noch immer sind die Chefetagen in deutschen Unternehmen überwiegend fest in Männerhand. Doch nicht nur die Frage nach ungleicher Bezahlung von Männern und Frauen auf allen Ebenen steht auf der politischen Tagesordnung.

Wir müssen dafür sorgen, dass gerade hoch qualifizierte Frauen nicht wie bisher ihre berufliche Karriereplanung gegen ihren Kinderwunsch abwägen müssen. Kinder und Berufstätigkeit sollen durch verbesserte Rahmenbedingungen miteinander vereinbar sein.

Durch ein neues Antidiskriminierungsgesetz soll die Situation von Frauen im Berufsleben gestärkt werden. Betroffene können sich künftig gegen offensichtliche Ungleichbehandlungen und Diskriminierungen am Arbeitsplatz oder Tarifverträge, die Frauen benachteiligen, wirkungsvoller zur Wehr setzen.

Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf macht sich die Bundesregierung mit ihrem Programm 'Allianz für Familie' stark. Mit Partnern aus der Wirtschaft, Industrie und Verbänden sollen die Interessen der Arbeitgeber stärker mit den Bedürfnissen der Familien in Einklang gebracht werden.

Dazu gehören flexiblere Arbeitszeiten ebenso wie die werkseigene Kinderbetreuung. Mit dem neuen Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG), das im Herbst im Bundestag beschlossen wird, stellen wir den Kommunen bis 2010 jährlich 1,5 Mio. Euro für ein verbessertes Betreuungsangebot unserer Jüngsten zur Verfügung.

So finden Väter und Mütter in den Kommunen ein ständig wachsendes Angebot an qualifizierten Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder vor und die Kommune gewinnt auch für die Wirtschaft als Standortfaktor an Attraktivität. Mit dieser Weichenstellung unterstützen wir Frauen, ihr Lebensmodell zu verwirklichen.

Gleichzeitig sollten sich Väter stärker an der Kinderbetreuung beteiligen. In Schweden wird das so genannte Elterngeld, ca. 80 Prozent des letzten Nettolohnes, nur dann für die volle Zeit gezahlt, wenn Vater und Mutter die Elternteilzeit in Anspruch nehmen.

Mit dieser Regelung hat sich die Anzahl der Männer, die ihren Anspruch auf Elternteilzeit wahrnehmen, deutlich erhöht. Auch in Deutschland ist ein stärkeres Engagement der Väter ebenso wünschenswert wie an der Zeit.

30.08.04 - Quelle: SPD Bundestagsfraktion
 
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