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| Zum 65. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen |
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Am 1. September 2004 jährt sich zum 65. Mal der deutsche Überfall auf Polen. Mit diesem Angriff begann der
Zweite Weltkrieg und es begann eine lange Zeit unsagbaren Leidens für das polnische Volk und für ganz Europa.
Polen war das erste Land, das dem verbrecherischen Expansionsstreben der Nationalsozialisten zum Opfer fiel. Bis 1945
ermordeten Deutsche sechs Millionen polnische Staatsbürger. Mehr als zwei Millionen wurden während und nach
dem Zweiten Weltkrieg vertrieben.
Gleichzeitig war es der Beginn des Leidens- und Todesweges für Millionen europäischer Juden. Russen und viele
andere Völker in Europa und der Welt wurden Opfer von Unrecht und Unmenschlichkeit.
Das Unrecht, das von Deutschen angerichtet wurde, fiel auf Deutschland zurück. Am Ende des Krieges stand die
Vertreibung von Millionen von Deutschen. Angesichts dieser gemeinsamen Geschichte ist die Versöhnung der ehemaligen
Gegner umso beeindruckender.
Die von Sozialdemokraten begonnene Ostpolitik hat dazu beigetragen, in Polen Vertrauen zum demokratischen Deutschland
zu schaffen. Willy Brandt leistete 1970 mit seinem Kniefall vor dem Ehrenmahl des jüdischen Ghettos in Warschau
stumme Abbitte für die von Deutschen und im Namen Deutschlands verübten Gräuel während des 'Dritten
Reiches'.
Gerhard Schröders Besuch in Polen anlässlich des 60. Jahrestages des Warschauer Aufstandes im August dieses
Jahres steht in der Tradition der Versöhnungspolitik Willy Brandts. Als erster deutscher Regierungschef nahm er an
diesen Gedenkfeierlichkeiten teil.
Die Versöhnung zwischen D und Polen ist begründet in mühsam erworbenem gegenseitigen Vertrauen.
Das darf nicht durch Entschädigungsforderungen und innenpolitisch motivierte Manöver gefährdet werden.
Sie schaden dem Verhältnis beider Länder.
Aus einer trennenden nationalen Geschichte eine gemeinsame europäische Erfahrung werden zu lassen, dass vor allem
ist heute der Sinn des Gedenkens an den von Deutschen begonnenen Zweiten Weltkrieg. Wir lehnen deshalb auch Pläne
zur Errichtung eines nationalen 'Zentrums gegen Vertreibungen' in Berlin ab.
Wir unterstützen die Bemühungen für ein europäisches Netzwerk gegen Vertreibungen, wie es der
polnische Staatspräsident und der deutsche Bundespräsident vorgeschlagen haben.
Der 65. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges mahnt uns Deutsche, für den friedlichen Ausgleich von
Konflikten einzutreten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands wird auch im 21. Jahrhundert für Frieden und
Völkerverständigung, Sicherheit und Entwicklung streiten.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist sicher: Im vereinten Europa werden Polen und Deutschland gemeinsam ein
neues Kapitel enger Nachbarschaft und Freundschaft schreiben.
01.09.04 - Quelle: SPD - Pressestelle
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