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Krankenversicherung: Kostentreiber Privatisierung
Die von Union und FDP im Bundestagswahlkampf geforderte stärkere Privatisierung der gesetzlichen Krankenversicherung bzw. deren Ablösung durch eine private Versicherung würde zu einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung und zu steigenden Kosten im Gesundheitswesen führen.

Das geht aus einem von der AOK in Auftrag gegebenen Gutachten des Instituts für Wirtschaft und Soziales (WISO) hervor.

Während in der privaten Krankenversicherung (PKV) die Ausgaben der Versicherten zwischen 1985 und 2001 um 122 Prozent gestiegen seien, betrage der Kostenanstieg in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) lediglich 67 Prozent.

Verantwortlich hierfür macht die Studie nicht nur die höheren Arzthonorare für Privatversicherte, sondern auch höhere Verwaltungskosten. Sie lägen im GKV - System bei 108 Euro pro Versicherten und Jahr, im PKV - System hingegen bei 366 Euro.

Wären die Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung genauso gestiegen wie bei den Privaten, würde der Beitragssatz nach Berechnungen des WISO - Instituts nicht bei 14,2 Prozent, sondern bei 18,5 Prozent liegen.

Zudem verweisen die GutachterInnen darauf, dass es in Deutschland im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern bei medizinisch notwendigen Eingriffen keine Wartezeiten gebe.

Zum Vergleich: Im EU - Land Grossbritannien würden wegen der drastischen Sparmassnahmen im staatlichen Gesundheitssystem jedes Jahr rund 130.000 Operationen kurzfristig abgesagt.

10.10.05 - Quelle: einblick
 
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